Wenn der Klick auf „Veröffentlichen“ schwer fällt

Bild mit einem rosa Hintergrund mit goldenem Glitter und einem Button für Senden mit einem schwarzen Cursor.

Kennst du das? Vielleicht hast du dich gerade selbstständig gemacht, du hast einen Blogbeitrag geschrieben und dir Mühe gegeben das passende Bild dazu zu finden. Alles ist fertig, du musst nur noch auf "Veröffentlichen” drücken. Eigentlich. Doch jetzt wirst du unsicher. Was, wenn das den potenziellen Kund:innen nicht gefällt?

Ich erinnere mich noch gut an meine erste Zeit als Volontärin bei einer Fachzeitung. Wir hatten einmal in der Woche Redaktionsschluss. Da hieß es, nichts geht mehr. Die Artikel mussten bis dahin fertig geschrieben, gelayoutet und redigiert sein. Eigentlich ein Moment der Erleichterung, denn das Wochenwerk war ja erledigt. Bei mir wurde der Magen flau, denn ich gab etwas in die Welt hinaus, auf das ich keinen Einfluss mehr hatte. 

Ihr seht, auch ich als Redakteurin kenne dieses Gefühl. Ob bei Social-Media-Posts, Website-Artikel oder E-Mails an große Verteiler – beim Absenden kann Unsicherheit mitschwingen.

Es gibt viele Gründe, warum es Angst machen kann, sichtbar zu werden. Ablehnung, Angst, etwas falsch zu machen oder vor Kritik. Das ist heute nicht der Fokus des Artikels. Der liegt auf kleinen Strategien, die sich in meinem Schreiballtag als Redakteurin als hilfreich erwiesen haben. 

Ein wichtiger Punkt, den ich in den vielen Jahren als Redakteurin und in der Öffentlichkeitsarbeit gelernt habe: Üben macht es leichter. Je öfter ich einen Knopf drücke, ohne das am anderen Ende etwas explodiert, desto leichter fällt es mir. 

Übung macht also den Meister? Ja und nein.

Wiederholungen erleichtern mir das Veröffentlichen zwar, sie sind aber oft kontextbezogen. In einem neuen Rahmen fühlt es vielleicht nicht so schwer an, aber die Aufregung muss nicht weg sein. Sie zeigt mir auch, dass mir das, was ich schreibe, wichtig ist. Ich habe gerade erst meine Selbstständigkeit begonnen. Ich schreibe zum ersten Mal, um selbst sichtbar zu werden. Das ist anders als als Redakteurin oder Mitarbeiterin Themen zu veröffentlichen. Die Unsicherheit ist jetzt größer.

Auch, weil mir als Selbstständige oft das Vier-Augen-Prinzip fehlt. Das heißt, jemand, der prüfend auf den Text schaut. Manchmal kann es helfen, sich für den Start deshalb eine Art Sparringpartner:in an Bord zu holen, der/die wie ich nicht nur Texte liefert, sondern darüber hinaus Redaktion oder sogar Coaching anbietet. 

Aber auch ohne Hilfe gibt es Strategien, die du ausprobieren kannst.

1.

Du bist nervös, einen Beitrag bei Instagram oder LinkedIn zu posten? Dann fange mit etwas an, dass dich weniger Überwindung kostet. Beginne zum Beispiel mit einem Kommentar unter einem anderen Beitrag. Den können auch andere lesen, aber er steht nicht so im Blickpunkt. Anschließend kannst du dich zum Beispiel an einer Story testen. Der Vorteil: Storys sind nur für 24 Stunden sichtbar und du kannst den Empfängerkreis eingrenzen, etwa auf enge Freunde. So kannst du dich nach und nach an das Gefühl gewönnen, sichtbar zu sein. Auch beim Versenden einer E-Mail wie z.B. einem Newsletter kannst du dich schrittweise annähern. Schick sie zum Beispiel erstmal nur dir selbst, Freund:innen oder Kolleg:innen zu. 

Ein Kreis mit der Ziffer 2. drin. Damit wird der 2. Punkt der Aufzählung begonnen.

Für mich kann das Gefühl zudem ein Hinweis sein, dass ich mit dem Text noch nicht ganz fertig bin. Habe ich die Infos gecheckt? Funktionieren die Links? Sind Namen und Fachwörter richtig geschrieben? Es ist total menschlich, dass Details übersehen werden. Deshalb ist es wichtig, Schreiben und Redaktion zu trennen. Beim Schreibprozess kann draufloszuschreiben befreien. Beim Redaktionsprozess prüfe ich genau, schaue auf die Struktur, die Story. Das geht weit über eine Rechtschreibkorrektur hinaus. Damit möchte ich allerdings nicht dazu aufrufen, eine endlose Korrekturschleife einzuläuten. Einmal checken reicht. Dazu habe mir oft die Texte ausgedruckt und hinter jedem geprüften Fakt ein Häkchen gesetzt. Als Wirtschaftsredakteurin ist es besonders wichtig, dass die Zahlen stimmen. Die Häkchen haben mir Sicherheit gegeben, sodass ich beruhigter veröffentlichen konnte.

Ein Kreis mit der Ziffer 3. darin. Damit wird der 3. Punkt der Aufzählung begonnen.

Gerade bei Social-Media-Beiträgen habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, diese vorzuplanen. Mir fällt es leichter, auf „Veröffentlichen“ zu drücken, wenn ich weiß, dass der Post nicht gleich live zu sehen ist. Ich behalte mir so die Möglichkeit, etwas zu verändern. In der Praxis vergesse ich aber oft, wenn der Beitrag online erscheint – das ist ein sehr sorgenfreies veröffentlichen.

Welche Strategien helfen dir dabei, Posts, Blogs oder ähnliches zu veröffentlichen? Teile deine Erfahrungen sehr gerne auf meinem Instagram-Kanal hierzu und wir tauschen uns dazu aus. Hier geht es zu Instagram.