Kennst du das auch? Ein Text zieht sich beim Lesen wie Gummi. Ich mag bunte Einleitungen, kreative Sätze und spannende Beispiele. Aber gut eingesetzt und nicht über mehrere Absätze. Deswegen dreht sich mein Artikel heute darüber, wie du Texte besser auf den Punkt bringen kannst.
Ich will einen Blogartikel lesen. Der LinkedIn-Hook war genial, die Überschrift vielversprechend, ich habe richtig Bock drauf. Und trotzdem – nach den ersten drei Absätzen bin ich raus. Eine lange Einleitung mit einem Beispiel mit unzähligen Details und ich bin lost, wo die Reise hingehen soll. Schon nach wenigen Sätzen „quält“ mich der Text, also denke ich, schade, und schließe den Tab.
Zugegeben, ich langweile mich schnell und meine Aufmerksamkeitsspanne ist durch Social Media geschädigt. Damit bin ich aber nicht allein. Deswegen ist es wichtig, dass auch Texte das berücksichtigen. Versteht mich nicht falsch, ich sage nicht, dass jeder Text nur fünf Sätze haben darf. Im Gegenteil, ich liebe zum Beispiel lange Blogartikel. Aber: Sie müssen mich durch das Thema führen, sie müssen mir zur richtigen Zeit Informationen geben, die ich fürs Weiterlesen benötige. Das heißt: Sie brauchen einen roten Faden, dem ich folgen kann.
Jeder kennt das Sprichwort: „In der Kürze liegt die Würze“. Und das ist manchmal wirklich wichtig. Gerade in langen Texten.
Du denkst jetzt, ist das nicht ein Widerspruch?
Ich sage nein. Denn gerade lange Texte sind oft mit Beispielen bestückt. Das ist sehr gut. Sie machen das Thema nahbar, lebendig und authentisch. Doch oft sind diese ausgeschmückt mit Details und Inhalten, die gar nichts zum eigentlichen Thema beitragen. Je detaillierter diese sind, desto wichtiger sind sie meistens für die Verfasser:innen, weil sie damit Erinnerungen und Emotionen verbinden. Beim Lesen leiten diese Details jedoch vom roten Faden weg, also dem Thema, um das es uns geht. Deshalb besteht die Gefahr, ungeduldige Leser:innen wie mich zu verlieren.
In meinem Redaktionsvolontariat habe ich eine wichtige Regel gelernt: „Kill your Darlings“. Das bedeutet: Manchmal verliebt man sich in Formulierungen, Sätze, Beispiele, gar ganze Absätze, die allerdings nicht viel zur Geschichte beitragen. Sie sogar schwächen, weil sie ablenken. Deshalb gilt: Schau dir deine Beispiele genau an, tragen sie zur Geschichte bei oder nicht? Und müssen sie so lange sein? Genügen nicht weniger Sätze und Details, um es auf den Punkt zu bringen.
Deswegen ist die Redigierphase für einen Text unglaublich wichtig: Füllwörter streichen, kennen viele. Aber gehst du durch die Absätze durch und fragst dich: Hilft das eigentlich meinem Text? Oder schreib ich das, weil ich es so schön finde (oder weil es aus dem Inneren heraus unbedingt gesagt werden will, das kenne ich auch :)). Manchmal können diese Lieblingsdinge nämlich Verwirrung stiften. Du hast ein Beispiel, großartig! Dann schau, welche Informationen wirklich wichtig sind, um deinen Text voranzubringen und welche nicht zum Thema passen.
Was stärkt deinen Text?
Das fällt nicht immer leicht. Mir auch nicht. Deswegen mag ich es, wenn ich jemanden an meiner Seite habe, der mich darauf hinweist. Entweder eine Person, die dir auch weiterhelfen kann deinen eigenen Schreibstil zu finden (Schreibcoaches wie mich zum Beispiel). Oder eine KI, die für dich datenschutzrechtlich passt, mit einem guten Prompt. Fragen könnten sein: Folgt mein Text durchgängig einem roten Faden oder habe ich „darlings“ im Text, die vom Thema wegführen?
Und wichtig: Du musst auch nicht alles „killen“. Es gibt Ausdrücke, die machen deinen Text zu deinem. Den Absatz: „Du denkst jetzt, ist das nicht ein Widerspruch?“ in meinem Text, hätte es in der Form nicht benötigt. Er unterbricht den Lesefluss. Aber das ist von mir ein gewolltes Stilmittel, weil ich finde die Unterbrechung macht dich wieder aufmerksamer.
Deshalb: Es geht nicht darum, dass du einen glatten Text ohne Charakter schreibst, sondern, dass du dir wirklich überlegst: Hilft der Absatz, das Wort, das Beispiel, dieser eine Satz meinem Text oder nicht? Lass uns gerne bei Insta über deine Erfahrungen austauschen. Hier geht es zu meinem Insta-Profil.
Und wenn du möchtest, dass ich über deinen Text schaue, dann vereinbare gerne einen kostenlosen Kennenlerntermin mit mir.