Ich wage ein neues Kapitel

Bild bei dem eine Frau im rosa Mantel an einer Felsenküste sitzt und den Wellen zuschaut.

Heute wird es im Blog persönlich: Warum bilde ich mich zur Schreibpädagogin weiter? Wenn ihr die Antwort auf diese Frage herausfinden möchtet, dann gibt es nur eine Sache zu tun: weiterlesen.

Will ich wirklich darüber schreiben? Diese Frage stelle ich meinem Journal. Fühlt sich das nicht irgendwie wie Rechtfertigung an? Als ich mich selbstständig gemacht habe, hieß es, man brauche nicht noch weitere zig Ausbildungen, wichtiger sei, anzufangen. Und dem stimme ich 100 prozentig zu. Und trotzdem habe ich gerade eine neue Weiterbildung begonnen. Zur Schreibpädagogin. 

Ich habe mich selbstständig gemacht. Klar, in der Kommunikation, in der ich schon sehr lange arbeite. Und ich kombiniere das mit meiner systemischen Ausbildung. Weil ich das gut kann.

Fragen zu stellen, die andere zum Reflektieren bringen, an geeigneter Stelle auch mal zu spiegeln, meine Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit zu teilen oder die Zielgruppe zu analysieren, das alles macht mir Spaß. Aber was mich wirklich brennen lässt? Menschen einen Raum zu geben, sich selbst zu finden, kreativ zu werden und sich zu entfalten.

Woher ich das weiß? Aus meinen Erfahrungen, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Wenn ich selbst an solchen Veranstaltungen teilgenommen habe, aber auch, wenn ich selbst Workshops gegeben habe.

Raum zum Schreiben öffnen

Kennt ihr die Menschen, die aus einem Fluss formulieren? Eine Freundin von mir nennt sie die Edelfedern. Ich bin keine davon. Ich liebe nicht das Schreiben. Ich komme nicht davon los. Ich schreibe in meiner Freizeit ständig. Die schwerste Kiste meines Umzugs war die mit meinen Journals. Dabei habe ich nur noch die der letzten 10 Jahre. Ich verarbeite nicht meinen Tag, ich betrachte meine Gefühle, meine Bedürfnisse, meine Wünsche und Ziele. Durch das Schreiben bin ich mir näher gekommen und durch das Schreiben kann ich mich kreativ ausleben. Ein kleines vierzeiliges Gedicht hier, eine starke Überschrift für meine Situation gerade.

Für mich ist das eine absolute Bereicherung. Und das will ich teilen. Ich weiß aber, dass das nicht so einfach ist. Gerade, wenn du noch nicht so viel schreibst oder schlechte Erfahrungen mit dem Schreiben in der Schule gemacht hast. Du wärst nicht die erste Person, deren Deutschlehrer:in die Lust am Schreiben gekillt hätte.

Kreativität ist ein kleines, zerbrechliches Pflänzchen, das schnell eingeht. Deshalb ist es mir wichtig, auch pädagogisch nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Anleitung zu bekommen. Darum habe ich mich nach mehreren Gesprächen mit Instituten für diese Ausbildung entschieden. Zudem war ich auf die vielen Möglichkeiten im Kurs gespannt, die Kreativität zu entlocken. Denn ich selbst habe noch an keiner Schreibwerkstatt teilgenommen. Ich dachte immer, das ist was für Menschen, die Bücher schreiben wollen. Und das will ich nicht.

Schreiben für alle

Aber was die Ausbildung mir zeigt: Es ist keineswegs nur für Autor:innen. Es ist eine wunderschöne Auszeit, die wir mit uns und auch in der Gruppe haben. Wie vielfältig Schreibspiele und Übungen sind. Wie wichtig und wie schön es sein kann, die eigenen Texte vorzulesen. Wie inspirierend es ist, Texte zu hören, die in gerade mal 15 Minuten entstanden sind. Das ist ein Zauber.

Und den will ich mit dir teilen. Deshalb habe ich auch die Schreibrunde entwickelt, das ist kein klassischer Workshop, sondern ein Raum, in dem das zarte Pflänzchen deiner Kreativität aufblühen darf. In geschütztem Rahmen mit vielen tollen Menschen, die sich gegenseitig anfeuern. Ich freu mich sehr, wenn du dabei bist. 

Ihr seht also, die Entscheidung zur Weiterbildung ist nicht gefallen, weil ich den Druck verspürt habe, noch eine Ausbildung machen zu müssen. Sondern weil ich ein Bild im Kopf davon habe, was ich unbedingt gerne anbieten möchte.